Blankes Blech braucht sofort richtigen Schutz
Anfang 2026 erreichte uns dieses Alfa Romeo Giulia GT Coupé aus Deutschland. Der Eigentümer hatte die Karosserie vorher chemisch entlacken lassen. Das ist grundsätzlich eine gute Basis für saubere Karosseriearbeiten, weil alte Lackschichten, Spachtel und verdeckter Rost sichtbar werden. Entscheidend ist aber, was danach passiert.
In diesem Fall war die aufgetragene Grundierung als temporärer Rostschutz mangelhaft. Trotz trockener und beheizter Lagerung in unseren Werkstätten bildete sich auf dem blanken Blech rasch Flugrost. Das Problem lag also nicht in der Lagerung, sondern im unzureichenden Schutz nach der Entlackung.
Alfa Romeo Giulia GT Kantenhaube und Flugrost
Die Alfa Romeo Giulia GT Kantenhaube gehört zur 105er-Baureihe und wird oft auch als Bertone Coupé oder Scalino bezeichnet. Für die Restaurierung ist weniger die Modellromantik entscheidend, sondern die Blechsubstanz. Nach einer chemischen Entlackung zeigt sich sehr direkt, welche Bereiche gesund sind und welche nur durch alte Schichten zusammengehalten wurden.
Flugrost darf bei einer solchen Karosserie nicht einfach überschliffen und überlackiert werden. Zuerst muss geprüft werden, ob es sich wirklich nur um oberflächliche Oxidation handelt oder ob tieferer Rost und geschwächte Blechbereiche vorhanden sind. Genau diese Bestandsaufnahme war der erste Schritt bei diesem Alfa.
250 Stunden Karosseriebau durch Kamil
Unser Kollege Kamil investierte rund 250 Arbeitsstunden in den reinen Karosseriebau. Das zeigt klar, dass es nicht um eine kleine Nacharbeit vor der Lackierung ging. Betroffen waren die typischen Bereiche eines Alfa Romeo Giulia GT Coupés: Schweller, Bodenbleche, Radläufe, Türunterkanten, A-Säulen, Scheibenrahmen, Frontmaske, Heckblech und Reserveradbereich.
Angegriffene Blechpartien wurden großzügig herausgetrennt. Reparaturbleche wurden angepasst, bündig eingeschweißt und so vorbereitet, dass die Karosserie wieder eine stabile, nachvollziehbare Grundlage bekam. Alte Unfallschäden gab es bei diesem Fahrzeug nicht. Der Schwerpunkt lag klar auf Rostbeseitigung, Karosseriestruktur und sauberer Vorbereitung für den Lack.
Spaltmaße vor Lackierung
Bei einem Alfa Romeo 105 Bertone müssen Türen, Hauben, Kanten und Übergänge vor der Lackierung stimmen. Wenn die Karosserie nicht sauber steht, hilft später auch ein guter Lackaufbau nicht. Deshalb wurden Spaltmaße, Anschlüsse und Übergänge während der Arbeiten immer wieder geprüft.
Gerade bei der Kantenhaube ist die Frontpartie wichtig. Die Linie wirkt nur dann richtig, wenn Haube, Kotflügel, Frontmaske und Türen zusammenpassen. Schlechte Blecharbeiten sieht man an einem solchen Coupé schnell, weil die Form klar und vergleichsweise fein gezeichnet ist.
Karosseriebau und Lack abgeschlossen
Der Auftrag umfasste Karosseriebau und Lackierung. Die Arbeiten sind abgeschlossen. Technik, Motor und Innenraum standen bei diesem Projekt nicht im Mittelpunkt und werden deshalb nicht künstlich in den Text hineingezogen.
Diese Alfa Romeo Giulia GT Restauration zeigt vor allem einen wichtigen Punkt: Chemische Entlackung ist nur dann hilfreich, wenn das blanke Blech danach sofort korrekt geschützt wird. Sonst entsteht zusätzlicher Aufwand, bevor die eigentliche Karosseriearbeit überhaupt beginnen kann.