Erster Aston Martin in unseren Werkstätten
Dieser Aston Martin DBS von 1967 ist der erste Aston Martin, der zu uns kam. Der Wagen stammt aus Deutschland und wurde zerlegt angeliefert. Dadurch war bei der Übernahme nur ein Teil des Projekts wirklich beurteilbar. Manche Baugruppen lagen einzeln vor, andere Fragen bleiben offen, bis die Karosserie zurückkommt und die spätere Endmontage vorbereitet werden kann.
Karosseriearbeiten und Lackierung werden nicht in unseren Werkstätten ausgeführt. Der Eigentümer hat dafür ein externes Unternehmen selbst ausgewählt. Dieser Teil des Projekts ist noch immer nicht abgeschlossen und liegt inzwischen rund zwei Jahre hinter dem ursprünglichen Zeitplan. Wir beschreiben das nicht dramatisch, aber es beeinflusst den gesamten Ablauf deutlich.
Technikaufbau trotz fehlender Karosserie
Da die Karosserie weiterhin extern bearbeitet wird, konzentrieren wir uns in den Jahren 2025 und 2026 auf jene Baugruppen, die unabhängig vorbereitet werden können. Im Mittelpunkt stehen Motor und Schaltgetriebe. Andere Arbeiten wären ohne fertige Karosserie entweder zu früh, nicht kontrollierbar oder müssten später erneut angepasst werden.
Bei einem zerlegt angelieferten Aston Martin DBS ist diese Trennung wichtig. Teile müssen dokumentiert, zugeordnet und sicher gelagert werden. Gleichzeitig darf nichts endgültig aufgebaut werden, was später von Karosseriepassung, Lackierung, Anbauteilen oder Innenraum abhängt. Gerade bei einem seltenen britischen Gran Turismo führen unklare Zwischenschritte schnell zu doppelter Arbeit.
Motor komplett neu aufbauen
Der Motor wurde zerlegt und wird komplett neu aufgebaut. Bei einem Aston Martin DBS ist das keine einfache Standardrevision. Teile sind selten, extrem teuer und nicht immer kurzfristig verfügbar. Deshalb muss vor jedem Arbeitsschritt klar sein, was aufgearbeitet werden kann, was ersetzt werden muss und welche Komponenten sinnvoll beschafft werden können.
Geprüft werden Block, Zylinderkopf, Kurbeltrieb, Lagerstellen, Ölversorgung, Kühlung, Ansaugung, Zündung und alle vorhandenen Anbauteile. Der frühe DBS gehört grundsätzlich in die Sechszylinder-Phase der Baureihe. Da das Fahrzeug zerlegt angeliefert wurde und die genaue technische Zuordnung am Teilebestand geprüft werden muss, wird nicht vorschnell mit falschen Annahmen gearbeitet.
Schaltgetriebe und teure Einzelteile
Auch das Schaltgetriebe wird revidiert. Bei einem schweren Gran Turismo wie dem DBS muss das Getriebe später sauber mit Motor, Kupplung, Kardanwelle und Hinterachse zusammenspielen. Eine reine Sichtprüfung reicht hier nicht aus. Verschleiß, Lager, Synchronisation, Dichtungen und frühere Eingriffe müssen einzeln bewertet werden.
Der besondere Aufwand liegt nicht nur in der Arbeit selbst, sondern auch in der Teilelage. Aston-Martin-Komponenten dieser Zeit sind deutlich seltener und kostenintensiver als Teile vieler gängiger britischer Klassiker. Ein Fehler bei der Beurteilung oder eine zu frühe Montage kann später teuer werden. Genau deshalb wird der Technikaufbau in Etappen geplant.
Endmontage erst nach Eintreffen der Karosserie
Die spätere Endmontage soll bei uns erfolgen. Das ist aber erst sinnvoll, wenn die extern bearbeitete Karosserie zurückkommt. Dann müssen Motor, Getriebe, Anbauteile, Elektrik, Innenraum, Dichtungen, Scheiben, Chromteile und alle Kleinteile wieder zu einem vollständigen Fahrzeug zusammengeführt werden.
Dieses Projekt zeigt, wie anspruchsvoll eine Restauration wird, wenn Karosserie, Lackierung und Technik getrennt laufen. Der Aston Martin DBS ist kein Fahrzeug, bei dem man fehlende Abstimmung am Ende einfach wegmontiert. Saubere Teilelisten, klare Zuständigkeiten und realistische Zeitplanung sind hier genauso wichtig wie die eigentliche Handarbeit.
Bis zur Rückkehr der Karosserie bleibt der Wagen in einer besonderen Zwischenphase: Motor und Getriebe werden in unseren Werkstätten aufgebaut, Karosserie und Lackierung laufen extern, und die eigentliche Komplettierung beginnt erst, wenn alle wesentlichen Baugruppen wieder zusammengeführt werden können.