Glas 1700 GT Cabriolet,1965 – Restauration von Karosserie mit Lackierung

Austria

Seltenes Cabriolet aus Wien

Dieses Glas 1700 GT Cabriolet von 1965 kam aus Wien zu uns nach Tschechien. Der Eigentümer ist technisch versiert und vertraute uns deshalb einen klar begrenzten, aber sehr umfangreichen Teil des Projekts an: Karosseriearbeiten, Volllackierung, Aufarbeitung der Innenausstattung und Neuverchromung mehrerer Teile. Technik und weitere Arbeiten lagen nicht im Zentrum unseres Auftrags.

Der Glas 1700 GT gehört zu den seltenen deutschen Sportcoupés und Cabriolets der 1960er Jahre. Die Karosserieform stammt aus der Frua-Linie, unter der Haube arbeitet ein Vierzylindermotor mit 1682 cm³. Beim 1700 GT werden rund 100 PS genannt. Für ein kleines Cabriolet dieser Zeit war das eine ernsthafte Motorisierung, aber bei dieser Restauration spielte die Technik nur eine Nebenrolle. Entscheidend war das Blech.

60 Prozent Karosserieersatz sind kein Schönheitsprogramm

Die Karosserie musste zu ungefähr 60 Prozent ersetzt werden. Das ist bei einem seltenen Cabriolet eine harte Zahl, weil jedes entfernte Blech auch die Form, Spaltmaße und Stabilität beeinflusst. Rund 500 Arbeitsstunden flossen in die Karosseriearbeiten. Diese Zahl beschreibt besser als jede Floskel, warum solche Projekte nicht über Lackpreise beurteilt werden können.

Bei offenen Fahrzeugen zählen Schweller, Bodenstruktur, Türöffnungen, A-Säulen, Scheibenrahmen, Verdeckbereich, Heckpartie und Radläufe doppelt. Das Dach fehlt als stabilisierendes Element, also muss die Karosserie unten stimmen. Wenn ein Cabriolet in der Mitte arbeitet, sieht man es später an Türen, Verdeck, Scheiben und Spaltmaßen. Farbe kann das nicht korrigieren.

Beim Freilegen alter Bleche merkt man schnell, ob ein Bereich noch Substanz hat. Dünnes Blech klingt hell, rostiges Blech reißt an der Kante, alte Reparaturen brechen oft genau dort auf, wo sie einmal Ruhe bringen sollten.

Lack, Leder und Chrom nach der Blechbasis

Erst nach der Karosseriearbeit begann der sichtbare Teil. Das Glas Cabriolet wurde komplett lackiert. Die Innenausstattung erhielt eine neue Lederpolsterung, vorhandene Teile wurden aufgearbeitet und an den restaurierten Innenraum angepasst. Gerade bei einem seltenen Glas ist das keine reine Sattlerfrage. Sitzform, Türverkleidungen, Kanten, Befestigungen und Materialwirkung müssen zum Charakter des Fahrzeugs passen.

Auch die Chromarbeiten gehörten zum Auftrag. Stoßstangen und weitere Kleinteile wurden neu verchromt. Bei einem Cabriolet dieser Klasse tragen solche Details viel zum fertigen Eindruck bei, aber sie dürfen nicht die Substanz überdecken. Frischer Chrom auf schwacher Karosserie ist Kosmetik. Hier kam die Reihenfolge anders: zuerst Blech, dann Lack, dann Leder und Chrom.

Restaurationswürdigkeit eines Glas 1700 GT Cabriolet

Ein Glas 1700 GT Cabriolet ist wirtschaftlich und historisch restaurationswürdig, wenn die fehlenden Teile vorhanden sind und die Identität stimmt. Dieses Fahrzeug war komplett, was bei seltenen Modellen viel entscheidet. Fehlende Zierleisten, Beschläge oder spezifische Innenraumteile können Monate kosten, manchmal mehr als eine sichtbare Karosseriearbeit.

Trotzdem bleibt die Rechnung anspruchsvoll. 500 Karosseriestunden und ein Ersatz von rund 60 Prozent der Karosserie sind kein kleiner Eingriff. Der Wert liegt bei einem solchen Projekt nicht nur im Marktpreis, sondern in der Seltenheit und der sauberen Ausführung. Nach Abschluss unserer Arbeiten ging das Glas 1700 GT Cabriolet mit restaurierter Karosserie, Volllackierung, neuer Lederpolsterung und neu verchromten Teilen zurück an den Eigentümer. Bei diesem Auto war die Karosserie der eigentliche Prüfstein.

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