Diese tolle Alfa Romeo Giulia Coupe kam Anfang 2026 zu uns. Der Eigentümer ließ die Karosserie bereits in Deutschland chemisch entlacken. Leider war der, nach der Entlackung, aufgetragene Rostschutz unzureichend. Bereits nach wenigen Tagen, trotz geheizter und trockener Lagerung in einer unserer Werkstätten, war Flugrost an allen Stellen bereits sichtbar. Der Zustand war für einen bereits 50 Jahre alten Alfa überraschend gut. Einige Reparaturbleche, die geschickten Hände unseres Kollegen Kamil und rund 250 Stunden später zeigte sich die Karosserie wieder in ihrem ursprünglichen Zustand. Eine anschließende Volllackierung ist geplant.
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De Alfa Romeo Giulia GT Bertone Kantenhaube gehört zu den charakterstarken italienischen Coupés der 1960er-Jahre. Seine Grundlage war die Giulia-Baureihe, doch die Karosserie erhielt bei Bertone eine völlig eigene Form. Verantwortlich für die Linie war Giorgetto Giugiaro. Der kurze Heckabschluss, die feinen Säulen und die flache Front gaben dem Wagen einen sportlichen Auftritt, ohne ihn laut wirken zu lassen.
Besonders typisch ist die sogenannte Kantenhaube. Gemeint ist die kleine Stufe zwischen Motorhaube und Frontmaske, die bei den frühen Modellen deutlich sichtbar ist. In Italien spricht man vom «Scalino». Gerade diese Front macht die frühen Giulia-GT-Modelle heute besonders gesucht. Ein Baujahr 1967 kann je nach Ausführung ein GT 1300 Junior oder ein Giulia Sprint GT Veloce sein.
Angetrieben wurde der Bertone von einem leichten Vierzylinder-Aluminiummotor mit zwei obenliegenden Nockenwellen. Je nach Version kamen 1300 oder 1600 Kubikzentimeter zum Einsatz. Dazu passten Hinterradantrieb, ein handgeschaltetes Fünfganggetriebe und Scheibenbremsen rundum. Für die damalige Zeit war das eine sehr moderne Kombination. Der Wagen wirkte nicht durch rohe Kraft, sondern durch Drehfreude, präzise Lenkung und ein ausgewogenes Fahrwerk.
Die Giulia GT Kantenhaube steht heute für jene Alfa-Romeo-Jahre, in denen Technik, Form und Alltagstauglichkeit ungewöhnlich gut zusammenfanden. Sie war kein reines Schaustück, sondern ein ernsthafter Gran Turismo im kompakten Format. Genau diese Mischung erklärt, warum der Bertone bis heute nicht nur gesammelt, sondern auch gefahren wird.