Ford FK 1250 Transit, 1963

Austria

Die Freiwillige Feuerwehr Weng, aus einem kleinen Ort in Oberösterreich, entschied sich 1963 für einen Ford FK 1250 Transit als Kleinlöschfahrzeug. Ausgerüstet wurde der Wagen von Rosenbauer. Danach stand er über Jahrzehnte im Dienst der Feuerwehr und blieb bis in die 1990er-Jahre im Einsatz. Später wurde das KLF verkauft.

Über 20 Jahre danach entdeckten Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Weng den Wagen durch Zufall wieder, einige hundert Kilometer von seinem ursprünglichen Einsatzort entfernt, auf einem Parkplatz. Jetzt haben wir den Auftrag bekommen, dieses KLF wieder in den Zustand von 1963 zurückzubringen. Für uns ist das kein gewöhnlicher Transporter, sondern ein Stück Feuerwehrgeschichte aus Oberösterreich.

Encyklopedie

Der Ford FK 1250 „Transit“ ist ein früher Vorläufer des späteren Ford Transit, wie man ihn heute kennt. Er entstand noch vor der großen europäischen Transit-Generation ab 1965 und wurde in Deutschland gebaut. Die FK-Baureihe war sachlich, einfach und auf tägliche Arbeit ausgelegt. Beim FK 1250 stand die Nutzlast bereits im Namen: Rund 1.250 Kilogramm konnte dieses Fahrzeug je nach Ausführung transportieren.

Gebaut wurde der Wagen in verschiedenen Varianten. Es gab ihn als Kastenwagen, Kleinbus, Pritsche und als Fahrgestell für Sonderaufbauten. Viele Fahrzeuge liefen bei Handwerkern, Bäckereien, kleinen Speditionen, Kommunen, Feuerwehren oder Rettungsdiensten. Genau deshalb haben nur wenige Exemplare die Jahrzehnte gut überstanden. Diese Fahrzeuge wurden nicht geschont, sondern genutzt, repariert, umgebaut und oft erst sehr spät als erhaltenswert angesehen.

Technisch war der FK 1250 kein kompliziertes Fahrzeug. Er nutzte bewährte Ford-Technik aus dem Taunus-Umfeld, je nach Baujahr mit 1,5-Liter- oder später auch stärkeren Benzinmotoren. Wichtiger als hohe Leistung war Zuverlässigkeit. Der Wagen sollte anspringen, tragen, fahren und im Alltag möglichst wenig Ärger machen. Genau diese nüchterne Bauweise macht ihn heute sympathisch.

Optisch hat der frühe Ford „Transit“ einen ganz eigenen Charakter. Die kurze Front, die große Kabine, die schlichten Flächen und die klaren Proportionen zeigen sofort, dass hier kein Lifestyle-Fahrzeug entworfen wurde. Es war ein Arbeitstier. Gerade diese Ehrlichkeit macht den FK 1250 heute interessant, besonders wenn ein Fahrzeug noch seine ursprüngliche Ausführung oder einen alten Sonderaufbau besitzt.

Für Restauratoren ist ein Ford FK 1250 anspruchsvoller, als er auf den ersten Blick wirkt. Rost an Fahrerhaus, Boden, Türen, Radläufen, Ladefläche und unteren Karosseriebereichen ist fast immer ein Thema. Auch frühere Reparaturen müssen genau geprüft werden. Originale Blechteile, Innenausstattungen und viele Kleinteile sind deutlich schwieriger zu finden als bei bekannten Personenwagen.

In der Oldtimer-Szene steht der Ford FK 1250 „Transit“ heute für eine fast vergessene Nutzfahrzeuggeschichte der 1950er und 1960er Jahre. Ein gut restauriertes Exemplar ist deshalb mehr als nur ein alter Transporter. Es erzählt von Handwerk, Alltag, deutscher Ford-Produktion und einer Zeit, in der Nutzfahrzeuge noch sehr direkt nach ihrem Zweck gebaut wurden.

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