Ein Audi Coupé mit langer Wartezeit
Dieses Audi 100 Coupé S C1 von 1972 wurde uns bereits 2019 aus Belgien angeliefert. Ursprünglich stammt der Wagen aus den Niederlanden. Für 2020 war der Beginn der Restauration geplant. Dann kam COVID, und die wirtschaftlichen Folgen beim Eigentümer verschoben das Projekt auf unbestimmte Zeit.
Der Audi ist bis heute bei uns eingelagert. Der Start der Komplettrestauration ist nun für 2027 geplant. Damit ist diese Seite kein abgeschlossener Restaurationsbericht, sondern die Dokumentation eines zukünftigen Projekts. Auch das gehört zur Realität bei Oldtimer Restaurationen: Nicht jedes Fahrzeug wird sofort zerlegt. Manchmal steht ein Auto mehrere Jahre.
Audi 100 Coupé S mit 115 PS und Schaltgetriebe
Das Audi 100 Coupé S gehört zu den interessanteren deutschen Coupés der frühen 1970er Jahre. Es wurde auf Basis des Audi 100 C1 entwickelt, wirkt aber deutlich eigenständiger als eine einfache zweitürige Limousine. Die lange Front, die flache Dachlinie, das große Heck und der Frontantrieb ergeben ein Auto, das zwischen oberer Mittelklasse und Gran-Turismo-Idee steht.
Dieses Fahrzeug ist ein 1972er Coupé S mit 115 PS und Schaltgetriebe. Der 1871-cm³-Vierzylinder war für seine Zeit ausreichend kräftig und passte zum Charakter des Wagens: kein reiner Sportwagen, sondern ein schnelles, elegantes Reisecoupé. Gerade diese Mischung macht den Audi 100 Coupé S heute interessant. Er ist seltener als viele zeitgenössische BMW, Mercedes oder Opel Coupés und bleibt trotzdem technisch nachvollziehbar.
Typische Audi 100 Coupé Roststellen
Der Wagen ist vollständig, zeigt aber die typischen Schäden dieser Baureihe. Bei einer Audi 100 Coupé S Restauration müssen Schweller, Boden, Radläufe, Türen, A-Säulen-Bereiche, Frontmaske, Heckabschluss, Scheibenrahmen, Kotflügelkanten und die Vorderkante der Haube genau geprüft werden. Gerade bei Coupés, die lange standen oder mehrfach den Besitzer wechselten, sitzt Rost oft an Stellen, die beim schnellen Blick nicht auffallen.
Beim Audi 100 C1 ist die Karosserie kein einfacher Teileträger. Spaltmaße, große Flächen, Chrom- und Zierleisten, Scheiben und Innenraumteile müssen später zusammenpassen. Deshalb beginnt die eigentliche Arbeit nicht mit der Lackierung, sondern mit Zerlegung, Befundaufnahme und der Entscheidung, welche Bereiche ersetzt, repariert oder nur konserviert werden können.
Komplettrestauration ab 2027
Geplant ist eine vollständige Restauration. Zum Umfang gehören Karosserie, Lack, Motor, Getriebe, Fahrwerk, Bremsen, Elektrik, Innenraum, Chrom- und Aluminiumteile sowie Endmontage. Die Originalfarbe soll wiederhergestellt werden. Das ist bei einem Audi 100 Coupé S sinnvoll, weil originale Farbkombinationen und stimmige Details bei diesen Autos stark zur Wirkung beitragen.
Die Teileversorgung ist bei einem Audi 100 Coupé S nicht mit einem Käfer, Mercedes oder frühen Porsche vergleichbar. Technik und Verschleißteile sind oft lösbar, aber gute Karosserie-, Zier- und Innenraumteile verlangen Geduld. Genau deshalb ist ein vollständiges Fahrzeug als Ausgangsbasis wichtig. Fehlende Coupé-spezifische Details können später mehr Zeit kosten als sichtbare Rostarbeiten.
Youngtimer Restauration mit realistischer Planung
Dieses Projekt zeigt auch, dass eine Youngtimer- oder Oldtimer-Restauration nicht nur aus Werkstattarbeit besteht. Lagerung, Budget, Eigentümerentscheidung, Teilebeschaffung und äußere Ereignisse wie COVID können einen Zeitplan massiv verändern. Der Audi kam 2019 zu uns, der geplante Start 2020 wurde verschoben, und nun ist 2027 als realistischer Beginn vorgesehen.
Für uns bleibt der Wagen ein interessantes Projekt, gerade weil der Audi 100 Coupé S im deutschsprachigen Raum nicht überrepräsentiert ist. Viele kennen die Limousine, deutlich weniger Menschen suchen gezielt nach dem Coupé. Wer ein Audi 100 Coupé restaurieren lassen möchte, sollte deshalb zwei Dinge mitbringen: Geduld und ein vollständiges Auto.
Dieser C1 erfüllt zumindest den zweiten Punkt. Jetzt wartet er auf den Start der Arbeiten.