Autobianchi Bianchina Panoramica, 1969 – Komplettrestauration eines kleinen italienischen Kombis

Germany

Ein sympathischer kleiner Kombi aus Heidelberg

Dieser sympathische kleine Kombi kam aus der Nähe von Heidelberg zu uns. Die Autobianchi Bianchina Panoramica war seit vielen Jahren im Familienbesitz, und genau deshalb ging es bei der Restauration nicht nur um Marktwert oder Seltenheit. Solche Autos bleiben oft, weil sie zur Familie gehören. Irgendwann kommt dann der Punkt, an dem eine normale Reparatur nicht mehr reicht.

Die Restauration begann bei uns im Jahr 2020. Kurz darauf erschwerten COVID, Einschränkungen, unterbrochene Abläufe und Kapazitätsengpässe die weitere Planung erheblich. Das Projekt verzögerte sich dadurch deutlich. Am Ende wurde die Komplettrestauration aber abgeschlossen und der Wagen fahrbereit übergeben.

Bianchina Panoramica mit Fiat-500-Giardiniera-Technik

Die Autobianchi Bianchina Panoramica ist die Kombiversion der Bianchina und nutzt eng verwandte Technik aus dem Fiat-500-Umfeld, besonders der Giardiniera. Für 1969 passt der 499-cm³-Zweizylinder mit der flach liegenden Motoranordnung im Heckbereich. Die Leistung ist bescheiden, aber darum geht es bei diesem Auto nicht. Die Panoramica lebt von ihrer Form, der kompakten Größe und dem ungewöhnlich praktischen Aufbau.

Sie ist kein normaler Fiat 500 mit anderem Emblem. Der längere Aufbau, der kleine Laderaum, die Heckklappe und die Kombi-Proportionen geben ihr einen eigenen Charakter. Gleichzeitig ist die technische Nähe zum Fiat 500 ein großer Vorteil. Viele Verschleiß- und Technikteile sind gut verfügbar, und auch für die Bianchina Panoramica gibt es heute noch brauchbare Ersatzteilquellen.

Fester Motor und Rost an allen kritischen Stellen

Bei der Anlieferung war der Motor fest. Das ist bei lange stehenden Kleinwagen dieser Art kein überraschender Befund. Alte Kraftstoffreste, fest sitzende Kolbenringe, trockene Lager, verhärtete Dichtungen und verschmutzte Vergaser gehören zu den typischen Themen. Ein Startversuch ohne Prüfung wäre hier der falsche Weg gewesen.

Auch die Karosserie hatte Rost an allen kritischen Stellen. Beim Autobianchi und Fiat 500 sind das Schweller, Bodenbleche, Radläufe, Türen, Frontbereich, Heckbereich, Batteriebereich, Aufnahmepunkte und viele kleine Falze. Die Fahrzeuge sind klein, aber die Rostarbeit ist deshalb nicht klein. Dünnes Blech, enge Strukturen und alte Reparaturen verlangen saubere Arbeit, sonst kommen die gleichen Schäden nach kurzer Zeit wieder.

Komplettrestauration in originalem Blau

Der Wagen wurde komplett restauriert. Zum Umfang gehörten Karosserie, Lack, Motor, Getriebe, Fahrwerk, Bremsen, Elektrik, Innenraum, Anbauteile, Verglasung und Endmontage. Die originale blaue Farbe wurde wiederhergestellt. Bei einem so kleinen Auto ist die Farbe besonders wichtig, weil die Flächen kurz sind und jede Unruhe sofort auffällt.

Gerade bei einer Autobianchi Bianchina Panoramica Restauration muss man auf Details achten. Türen, Hauben, Heckklappe, kleine Zierleisten, Leuchten, Dichtungen und Innenraumteile bestimmen stark, ob das Auto später stimmig wirkt. Die gute Teileversorgung hilft, ersetzt aber keine genaue Zuordnung. Nicht jedes Fiat-500-Teil passt automatisch, und nicht jedes erhältliche Reproteil ist ohne Nacharbeit verwendbar.

Italienischer Oldtimer mit guter Teilelage

Die Ersatzteilversorgung für Autobianchi-Oldtimer ist im Vergleich zu vielen anderen kleinen italienischen Klassikern gut. Viele Teile sind identisch oder eng verwandt mit Fiat 500 und Fiat 500 Giardiniera. Das macht eine Restauration planbarer. Trotzdem bleibt die Arbeit handwerklich aufwendig, besonders wenn Motor, Karosserie und Innenraum vollständig gemacht werden.

Dieses Projekt zeigt gut, warum kleine Autos nicht automatisch kleine Restaurationskosten bedeuten. Eine Bianchina Panoramica ist kurz, schmal und technisch einfach, aber sie hat dieselben Grundprobleme wie größere Oldtimer: Rost, Standzeit, fehlende oder schlechte Teile, alte Reparaturen und viele Stunden Detailarbeit.

Abgeschlossen und wieder fahrbereit

Nach den COVID-bedingten Verzögerungen wurde die Restauration abgeschlossen und der Autobianchi fahrbereit übergeben. Aus einem lange in Familienbesitz befindlichen, fest sitzenden und rostgeschädigten kleinen Kombi wurde wieder ein nutzbarer italienischer Oldtimer.

Die Bianchina Panoramica ist kein Auto für große Auftritte. Sie ist klein, etwas eigenwillig und gerade deshalb sympathisch. Wer einen Autobianchi oder Fiat 500 Giardiniera restaurieren lassen möchte, sollte die gute Teilelage nicht mit geringem Aufwand verwechseln. Entscheidend bleibt die Substanz. Bei diesem Wagen war der Aufwand groß, aber das Ergebnis passte zur Geschichte des Autos.

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