Land Rover Defender TD5, 1998 – Restauration und Blechaufbau

Germany

Zustand der englischen Geländewagen-Basis bei der Anlieferung

Dieser Land Rover Defender TD5 kam aus dem Großraum Dresden zu uns nach Tschechien. Fahrzeuge dieser neueren Altersklasse zählen normalerweise noch nicht zu unserer primären Zielgruppe für aufwendige Restaurierungsarbeiten. Der Anlass für dieses spezielle Projekt war rein partnerschaftlicher Natur.

Einer unserer Kollegen verließ uns aus familiären Gründen und eröffnete seinen eigenen kleinen Betrieb rund 80 Kilometer südlich von Prag. Wir unterstützen ihn mit Projekten wie diesem. Der englische Geländewagen zeigte bei der Eingangsprüfung erhebliche Verschleißerscheinungen an der tragenden Struktur, vor allem durch harten Einsatz, Feuchtigkeit, Schmutz und mangelnden Schutz.

Konstruktive Besonderheiten der TD5-Baureihe für die Werterhaltung

Die von 1998 bis 2007 gebaute Defender-TD5-Generation verfügt über den bekannten 2,5-Liter-Fünfzylinder-Turbodieselmotor mit elektronischer Steuerung. Konstruktiv steht das Modell jedoch ganz in der Tradition der klassischen britischen Allradfahrzeuge. Für die Instandsetzung in den Werkstätten stellt der Materialmix der Karosserie- und Rahmenteile eine der größten Herausforderungen dar.

Die Außenhaut besteht überwiegend aus Aluminiumblechen auf einem inneren Stahlskelett, während die gesamte Konstruktion auf einem schweren Leiterrahmen ruht. Diese Verbindung unterschiedlicher Metalle kann bei Feuchtigkeit über die Jahre zu galvanischer Korrosion führen, dem typischen Lochfraß im Aluminium. Ein reiner Farbaufbau ohne vorherige Trennung, Reinigung und Behandlung dieser Bereiche bleibt im Werkstattalltag selten dauerhaft erfolgreich.

Typische Schwachstellen am Leiterrahmen und den Karosserieschnittstellen

Die handwerkliche Überprüfung des Defender Rahmens offenbarte die bekannten Schwachpunkte dieser Baureihe. Besonders die Hecktraverse sowie die seitlichen Ausleger des Fahrgestells rosten durch Schlamm- und Feuchtigkeitsansammlungen in den Hohlprofilen oft von innen nach außen durch. Auch die Spritzwand im Motorraum, die inneren Türrahmen, die Türböden und die Übergänge zwischen Aluminium und Stahl verdienen bei einem Land Rover Defender TD5 besondere Aufmerksamkeit.

Zusätzlich zeigen Aufnahmen der Längslenker, Stoßdämpferbefestigungen, Federaufnahmen und Rahmenenden unter dicken Schmutzschichten häufig fortgeschrittene Materialschwächungen. Bei einem Defender 90 oder Defender 110 reicht deshalb eine optische Prüfung von außen nicht aus. Unterboden, Rahmen, Hecktraverse, Spritzwand und Türstruktur müssen gründlich freigelegt und nach Befund bewertet werden.

In unseren Werkstätten in Tschechien werden betroffene Aluminium- und Stahlbereiche sauber voneinander getrennt, geschwächte Segmente herausgeschnitten und passgenaue neue Bleche eingesetzt. Anschließend folgen Schweißarbeiten, Nahtabdichtung, Korrosionsschutz und Hohlraumkonservierung. Gerade beim Defender entscheidet diese Vorarbeit darüber, ob die Rahmeninstandsetzung nur kurzfristig gut aussieht oder langfristig belastbar bleibt.

Kooperation und Projektabgrenzung bei der Rahmeninstandsetzung

Da dieses Projekt in enger Kooperation mit dem neuen Betrieb unseres ehemaligen Kollegen südlich von Prag realisiert wurde, haben wir die Aufgaben klar aufgeteilt. Der Schwerpunkt unseres Beitrags lag auf den schweren Arbeiten am Fahrgestell und dem grundlegenden Blechaufbau der Struktur. Die spätere mechanische Komplettierung, die Überholung der Bremsanlage sowie die finale Montage der Innenausstattung werden dort eigenständig durchgeführt.

Wenn Sie einen Land Rover Defender 90, Defender 110, Defender TD5 oder einen anderen klassischen Geländewagen instand setzen lassen möchten, sind Detailfotos des Rahmens eine wichtige Grundlage. Senden Sie uns Aufnahmen von Unterboden, Hecktraverse, Spritzwand, Türböden, Rahmenauslegern und Fahrwerksaufnahmen. In unseren Werkstätten in Tschechien prüfen wir den Befund und erstellen einen klaren Ablaufplan für die notwendigen Blecharbeiten, die Rahmeninstandsetzung und den Schutz der Karosseriestruktur.

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