Panhard 24 BT,1964 – Restauration einer seltenen französischen Berline

Czechia

Eine seltene Schönheit aus Frankreich

Diese seltene Schönheit, außerhalb von Frankreich und Benelux fast völlig unbekannt, kam aus Luxemburg zu uns und blieb schließlich in Tschechien. Der Panhard 24 BT ist kein gewöhnlicher französischer Oldtimer und auch kein Auto, das man auf jedem Treffen sofort einordnen kann. Gerade das macht ihn interessant. Er gehört zu den letzten Personenwagen von Panhard et Levassor, einer Marke, die zu den ältesten Automobilherstellern der Welt zählt.

Bei diesem Wagen handelte es sich um einen Panhard 24 BT von 1964 mit M8S-Motor. Der BT ist nicht das kurze Coupé, sondern die längere Berline-Version, also die praktischere Variante innerhalb der 24-Baureihe. Sie wirkt trotzdem flach, elegant und technisch eigenständig. Wer nur deutsche oder britische Klassiker kennt, unterschätzt schnell, wie modern ein Panhard 24 Mitte der 1960er Jahre war.

Panhard 24 BT M8S mit ungewöhnlicher Ausstattung

Der Panhard 24 war für seine Zeit erstaunlich gut ausgestattet. Drehzahlmesser, Amperemeter, verstellbare Lenksäule, in mehreren Richtungen verstellbare Sitze, Schminkspiegel für den Beifahrer, ein sehr gutes Belüftungssystem und viele durchdachte Details zeigen, dass Panhard hier kein einfaches Sparmodell baute. Der 848-cm³-Zweizylinder-Boxermotor mit Frontantrieb war typisch Panhard: technisch eigenständig, leicht, drehfreudig und anders als fast alles, was deutsche Hersteller damals anboten.

Nach mehreren schrittweisen Übernahmen durch Citroën endete die Pkw-Produktion von Panhard 1967. Im selben Jahr erschien der Citroën DS mit Doppelscheinwerfern hinter Glas. Man muss daraus keine direkte Behauptung ableiten, aber die zeitliche Nähe fällt auf. Der Panhard 24 wirkte mit seiner Front, der Linienführung und seiner technischen Eigenständigkeit jedenfalls deutlich moderner, als seine geringe Bekanntheit heute vermuten lässt.

Katastrophale Karosserie und fehlende Teile

Der Zustand der Karosserie war katastrophal. Boden, Schweller, Radläufe, Front, Heck, Türen, Scheibenrahmen, Unterbau und viele Anschlussbereiche zeigten genau die Schäden, die eine Panhard 24 Restauration schwierig machen. Dazu kamen fehlende Teile und Komponenten, die zwar vorhanden, aber nicht mehr sinnvoll verwendbar waren.

Bei einem Panhard ist das ein ernstes Problem. Eine Mercedes- oder Triumph-Restauration kann sich oft auf breite Teilemärkte stützen. Beim Panhard 24 BT funktioniert das anders. Viele Teile liegen nicht einfach im Regal. Leuchten, Chrom, Innenraumdetails, Instrumente, Dichtungen, Karosserieteile und technische Spezialteile müssen gesucht, geprüft, aufgearbeitet oder über Szene-Kontakte beschafft werden.

Originalität vor Geschwindigkeit

Der Besitzer bestand auf vollständiger Originalität. Das war richtig, machte das Projekt aber langsam. Die Innenausstattung wurde nicht bei uns neu angefertigt, sondern in Frankreich als fast unbenutzte, originale Ausstattung beschafft. Für ein Auto wie diesen Panhard 24 BT ist das ein großer Unterschied. Eine neu gemachte Innenausstattung kann sauber aussehen, aber sie ersetzt nicht die Wirkung echter originaler Materialien, wenn diese in gutem Zustand zu finden sind.

Auch die Farbgebung wurde originalgetreu aufgebaut: weiß mit grauem Dach. Diese Kombination ist selten und passt sehr gut zur Linie des BT. Sie nimmt dem Wagen nicht seine Eigenständigkeit, sondern betont sie. Bei einem Panhard 24 darf die Lackierung nicht nur schön sein. Sie muss die ungewöhnliche Form tragen, ohne das Auto zu modern oder beliebig wirken zu lassen.

Panhard Ersatzteile und Szene-Kontakte

Ohne die Kontakte des Besitzers in der französischen und deutschen Panhard-Szene wäre diese Restauration kaum in dieser Form möglich gewesen. Genau hier zeigt sich ein Grundproblem vieler französischer Oldtimer: Man braucht nicht nur Werkstätten, sondern auch Clubs, Foren, Sprachkenntnisse, Geduld und Menschen, die wissen, wo noch Teile liegen.

Die Arbeiten umfassten alles außer der Neuanfertigung der Innenausstattung: Karosserie, Lack, Motor, Getriebe, Fahrwerk, Bremsen, Elektrik, Chrom, Verglasung, Dichtungen und Endmontage. Aus einem unvollständigen und stark beschädigten Fahrzeug wurde Schritt für Schritt wieder ein vollständiger Panhard 24 BT.

H2: Nach mehr als fünf Jahren zurück an den Besitzer

Nach mehr als fünf Jahren Restaurationsarbeit konnten wir den Panhard dem stolzen Besitzer in Prag übergeben. Bei einem solchen Projekt zählt nicht nur das Ergebnis, sondern auch die Entscheidung, an der Originalität festzuhalten, obwohl es langsamer und komplizierter wird.

Der Panhard 24 BT ist kein Auto für Sammler, die einfache Teileversorgung und schnelle Lösungen suchen. Er verlangt Recherche, Geduld und eine gewisse Toleranz für französische Eigenheiten. Genau dafür belohnt er mit einer Form, einer Technik und einer Ausstattung, die man außerhalb Frankreichs viel zu selten sieht.

Diese Restauration bleibt für uns eines der besten Beispiele dafür, warum französische Oldtimer mehr Aufmerksamkeit verdienen. Der Panhard 24 BT ist selten, technisch eigenständig und in dieser weiß-grauen Kombination noch einmal besonderer. Eine seltene Schönheit, aber eine, die hart erarbeitet werden musste.

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