Karosseriebau und Restauration – und eine Frage, die sich stellt
Warum gibt es nicht mehr Sammler von französischen Oldtimern? Liegt es an der Sprache, die deutsche Schrauber von französischen Foren trennt? Oder schlicht an der Teileversorgung, die für den Renault R17 außerhalb Frankreichs bis heute eine echte Herausforderung darstellt?
Dieser Renault R17 kam 1974 aus Berlin zu uns – mit dem Auftrag für eine vollständige Restauration. Ausgenommen waren Motor und Getriebe, die sich in gutem Zustand befanden. Damit stand alles andere auf dem Programm: Karosserie, Rostbeseitigung, Lackierung, Innenraum, Fahrwerk und Elektrik.
Wie bei Fahrzeugen dieser Generation üblich, hatte der Rost gearbeitet. Viele Renault 17 hat die Korrosion dahingerafft. Beim R17 war das keine Überraschung – Rostschutz war in den 1970er-Jahren auch bei Renault kein Schwerpunkt. Was sich unter Lack, Dichtmasse und alten Reparaturen verbirgt, zeigt sich erst beim Freilegen. Bei diesem französischen Coupé war die Karosserie der bestimmende Faktor.
Hardtop-Coupé ohne B-Säule – Konstruktion und Restaurationsherausforderung
Der Renault R17 ist ein Hardtop-Coupé ohne B-Säule. Die hinteren Seitenscheiben lassen sich vollständig versenken; die mächtige C-Säule mit ihrer charakteristischen Gitterfläche übernimmt die optische Struktur. Das ergibt ein Coupé-Gefühl, das seinerzeit ungewöhnlich war – und bei der Restauration besondere Sorgfalt an Türpassungen, Dichtungen und Karosseriesteifigkeit verlangt.
Die TS-Version des Renault 17 arbeitet mit elektronischer Benzineinspritzung und hat Scheibenbremsen an allen vier Rädern. Diese technische Basis macht den R17 heute interessanter als viele Zeitgenossen – wenn die Teile beschaffbar sind. Gerade bei Renault 15 und Renault 17 entscheidet die Teileversorgung oft darüber, ob ein Projekt zügig weiterläuft oder immer wieder warten muss.
Karosseriebau, Rostbeseitigung und Innenraumsanierung nach Befund
In unseren Werkstätten wurden Karosserie und Unterboden vollständig geprüft. Falzbereiche, Schweller, Radläufe und Bodenbleche – beim Renault R17 erfahrungsgemäß die Hauptschadenstellen – wurden freigelegt und nach Befund aufgebaut. Richtarbeiten, Nahtabdichtung, Hohlraumschutz, Korrosionsschutz und Lackvorbereitung folgen der Logik des Befunds, nicht eines festen Plans.
Innenraum, Elektrik und Fahrwerk wurden nach der Karosserie eingeordnet. Sitze, Türverkleidungen, Armaturenbrett, Instrumente, Schalter, Teppiche, Dichtungen und Zierleisten müssen bei einem seltenen französischen Oldtimer sorgfältig geprüft werden. Motor und Getriebe blieben bei diesem Projekt unangetastet. Das begrenzte den Projektrahmen klar und setzte die Ressourcen dort ein, wo sie tatsächlich gebraucht wurden.
Renault R17 restaurieren lassen – selten, teileaufwändig, lohnenswert
Wer einen Renault R17, Renault R15 oder ein anderes französisches Coupé der 1970er-Jahre restaurieren lassen möchte, sollte die Teilelage von Anfang an realistisch einschätzen. Bilder von Karosserie, Schwellern, Radläufen, Unterboden, Innenraum und Motorraum helfen bei der ersten Bewertung.
In unseren Werkstätten in Tschechien prüfen wir, was machbar ist – auch wenn Teile aus Frankreich beschafft werden müssen und die Suche Geduld erfordert. Karosseriebau, Rostbeseitigung, Lackierung, Innenraum, Fahrwerk und Elektrik lassen sich nur dann sinnvoll planen, wenn Zustand, Teilebestand und Budget zusammenpassen.