VW Karmann Ghia Cabrio,1972 – Restauration nach Scheinrestaurierung

Germany

Lackierung, Karosseriebau und Rostbeseitigung – mehr als ein Farbwechsel

Dieses VW Karmann Ghia Cabriolet kam aus Hamburg zu uns – zunächst nur für eine neue Lackierung. Nach dem Abheben der Karosserie von der Bodengruppe zeigte sich schnell, was der Vorbesitzer nicht erwähnt hatte: Die angeblich bereits restaurierte Bodengruppe inklusive Fahrwerk war nur optisch aufbereitet worden. Der Rost hatte an vielen Stellen weitergearbeitet.

Beim Karmann Ghia Typ 14 ist das kein unbekanntes Bild. Viele Fahrzeuge wurden in einem Alter zwischen zehn und zwanzig Jahren mehr schlecht als recht zusammengeflickt, damit sie optisch wieder ordentlich wirken. Gerade ein Fahrzeug mit trennbarer Bodengruppe lässt sich leicht in zwei Hälften teilen. Karosserie und Plattform können separat aufgehübscht werden, ohne dass Schweller, Heizungskanäle, Bodenbereiche und Fahrwerk wirklich saniert wurden.

Für dieses Projekt bedeutete das: Lack und Oberfläche kommen erst, wenn Bodengruppe, Schweller, Heizungskanäle, Radläufe und Fahrwerksaufnahmen nach Befund aufgebaut sind. Eine VW Karmann Ghia Restauration beginnt nicht mit der Farbe, sondern mit der Frage, ob die Struktur trägt. Das Cabriolet bringt eine weitere Anforderung: Vor dem Abheben muss die Karosserie mit einem Versteifungsrahmen gesichert werden, um Verformungen zu vermeiden. Türspaltmaße und Verdeckpassung hängen direkt daran.

Karosserie komplett verschweißt – Konstruktion und Rostanfälligkeit des Typ 14

Beim Karmann Ghia sind Kotflügel, Seitenteile und Schürzen fest mit der Karosserie verschweißt. Nur Hauben und Türen sind separate Teile. Alles andere lässt sich nur mit Karosseriearbeit, Trennscheibe oder Säge öffnen. Das macht Blecharbeiten aufwändiger als bei Fahrzeugen mit verschraubten Anbauteilen und erklärt, warum mangelhafte Vorarbeiten oft lange im Verborgenen bleiben.

Hinzu kommt die typische Rostanfälligkeit des Karmann Ghia Cabriolets. Schweller, Heizungskanäle, Falze, Radläufe, Reserveradmulde, Bodenanschlüsse und Verdeckbereiche müssen besonders genau geprüft werden. Die Karosserie war ab Werk in manchen Hohlräumen nur unzureichend geschützt. Beim Cabriolet ist der Schwelleraufbau komplexer als beim Coupé, weil die fehlende Dachstruktur ausgeglichen werden muss. An den hinteren Radläufen können Dämmmaterialien und Feuchtigkeit zusätzlich Korrosion begünstigen.

Wer einen Karmann Ghia restaurieren lassen möchte, sollte deshalb nicht nur auf Lackbild, Chrom und Innenraum achten. Entscheidend ist, was unter der Oberfläche liegt. Eine Scheinrestaurierung erkennt man oft erst, wenn Bodengruppe und Karosserie getrennt, alte Spachtelschichten entfernt und kritische Hohlräume geöffnet werden.

Richtarbeiten, Rostbeseitigung und Karosseriebau nach Befund

In unseren Werkstätten werden Bodengruppe und Karosserie getrennt bewertet. Überlackierte oder gespachtelte Bereiche werden freigelegt, alte Schweißarbeiten geprüft und schlechte Vorarbeiten entfernt. Erst danach folgen neue Blecharbeiten, Nahtabdichtung, Hohlraumschutz, Korrosionsschutz und Lackvorbereitung.

Bestätigte Problemzonen wie Schweller, Heizungskanäle, Falzbereiche, Reserveradmulde, hintere Radläufe und Aufnahmen der Bodengruppe werden einzeln geprüft. Beim Cabriolet kommen Verdeckgestänge, Türpassungen und Karosserieverstärkungen hinzu. Schlechte Vorarbeiten zeigen sich hier spätestens an ungleichmäßigen Türspalten, schlecht sitzenden Seitenscheiben oder einem undichten Verdeck.

Auch Fahrwerk, Bremsen und Motor werden erst nach Abschluss der Karosseriearbeiten sinnvoll eingeordnet. Wenn die Bodengruppe nur optisch überarbeitet wurde, müssen Achsteile, Lager, Leitungen, Bremskomponenten und Befestigungspunkte ebenfalls kritisch geprüft werden. Eine Karmann Ghia Lackierung ist nur dann sinnvoll, wenn Karosserie, Plattform und Technik eine belastbare Grundlage bilden.

VW Karmann Ghia Cabriolet restaurieren lassen – auch nach Scheinrestaurierungen

Gerade bei Fahrzeugen, die als bereits restauriert verkauft wurden, sind Bilder von Bodengruppe, Schwellern, Heizungskanälen, Radläufen, Reserveradmulde, Falzbereichen, Verdeckbereich und Fahrwerk ein nötiger erster Schritt. Der äußere Zustand sagt bei einem Typ 14 oft weniger aus als die Details darunter.

In unseren Werkstätten in Tschechien prüfen wir, was sich hinter der Oberfläche verbirgt und wie sich Karosseriebau, Rostbeseitigung, Lackierung, Hohlraumschutz und Technik zu einem tragfähigen Projekt verbinden lassen. Für ein VW Karmann Ghia Cabriolet mit H-Kennzeichen-Potential lohnt sich der Aufwand nur dann, wenn nicht die alte Scheinrestaurierung überlackiert wird, sondern die Ursache der Schäden sauber beseitigt ist.

 

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